Biedermann und die Brandstifter


Biedermann und die Brandstifter in der Presse.

Biedermann hat wohl von Brandlegungen in seiner Stadt gehört, regt sich auch mächtig an seinem Stammtisch darüber auf, verlangt sogar solches Gesindel von Brandstiftern an die Wand zu stellen. Doch dann erscheint, völlig unerwartet, der ehemalige Ringer Schmitz bei ihm mit der Bitte um vorrübergehende Aufnahme in seinem Haus. Eigentlich deutet alles darauf hin, dass es sich um einen der gesuchten Brandstifter handelt. Dennoch nimmt Biedermann ihn, in verzweifelter Hoffnung hierdurch verschont zu bleiben, bei sich auf. Als sich bald danach mit dem ehemaligem Kellner Eisenring ein weiterer illustrer
Geselle einnistet, wird die Lage prekärer, da die Beiden in Biedermanns Haus eindeutige Vorbereitungen auf weitere Brandstiftungen tätigen. Auch geben sie sich kaum Mühe dieses zu verbergen. Auf Nachfragen Biedermanns leugnen sie ihr Vorhaben keineswegs. Doch der stellt sich weiterhin naiv, als wolle er die immer eindeutig sich zeigende Gefahr
nicht erkennen.

Max Frisch entlarvt in BIEDERMANN UND DIE BRANDSTIFTER eine Geisteshaltung, die der Technik des Totalitären zum Erfolg verhilft. Es ist eine politische Parabel, die ihre kritische Kraft nicht aus der Entlarvung der Lüge und der Manipulation bezieht, sondern aus der Inszenierung der biedermännischen Wehrlosigkeit gegenüber Verbrechern, die sich überhaupt nicht tarnen, sondern von Anfang an sagen, was sie wirklich wollen.
Eisenring: „Aber die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Komischerweise. Die glaubt niemand.“
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Max Frisch ist neben Friedrich Dürrenmatt einer der bedeutendsten Schweizer Autoren des 20. Jahrhunderts. Seine Werke erlangten Weltruhm. Das Kaleidoskop inszenierte bereits in der Spielzeit 2015/16 sein „Homo Faber“ .
Er wurde am 15.5.1911 in Zürich geboren und starb dort am 4.4.1991.

Inszenierung
Heidemarie Gohde

Regieassistenz: Esther Correia

Technik
Roland Jakobi

mit
Jean-Paul Maes / Alexander Ourth/ Véronique Kinnen / Luc Lamesch/ Elena Spautz

Schloss Bettemburg
10.01. 20h / 11.01. 20h
12.01. 20h / 17.01. 20h
18.01. 20h / 23.01. 20h
24.01. 20h / 01.02. 20h
02.02. 20h / 03.02. 17h30