Singapur


Jean-Paul Maes

SINGAPUR

Inszenierung: Florian Burg

mit: Jean-Paul Maes und Tim Olrik Stöneberg

An einem späten Sommernachmittag betritt ein verirrter Mann ein Büro im fünften Stock, angeblich wird er verfolgt. Panisch beschwört er den einzig Anwesenden, ihm aus der prekären Lage zu helfen, ihn vor seinen Verfolgern zu retten und auf jeden Fall die Tür
sofort abzuschließen. Nun sind sie allein, zwei Männer, Paul der seit langem hier wohl vergessene Angestellte und sein „Geiselnehmer“, der den Grund seiner Verfolgung nicht genau erklären kann. Doch Paul zeigt sich als unkonventionelle Geisel, gibt gar vor, seit längerem auf diesen Geiselnehmer gewartet zu haben. Endlich scheint sich sein Warten zu erfüllen, jemand sucht ihn auf, gibt seinem Dasein einen Sinn. Dem panischem „Gast“ gewährt er Einblick in sein Dasein, von dem bisher kaum jemand Notiz nahm. Ein fünfzigjähriger Vergessener in einem riesigen Verwaltungsgebäude, der sich, wie er vorgibt, fast ausschließlich von Schokolade ernährt, einen undefinierbaren Katarrh pflegt und sporadisch nach Singapur geschickt wird.

So auch am darauffolgendem Morgen.

Singapur wäre eventuell die Rettung für den Eindringling, den Paul, da dieser seine Identität nicht preisgeben will, Alex nennt. Doch Paul hat ganz Anderes vor, eine unglaubliche Geschichte hat er in all den Jahren seiner Vergessenheit für den Fall eines möglichen fremden Eindringens ausgeheckt. Zur Ausführung scheint ihm die Zeit nun gekommen zu sein.

Jean-Paul Maes begibt sich in seinem 2006 geschriebenem Stück auf eine sicherlich erst einmal absurd anmutende Suche nach dem Lebenssinn in einer mindestens ebenso absurd gewordenen Wirklichkeit menschlicher Geringschätzung.
Ein hoch unterhaltsamer Text mit überraschender Wendung.

Schloss Bettemburg
18.10
19.10
26.10
27.10
12.12
13.12

Jeweils um 20:00 h